Start it. Don't force it.

"Stop trying to steer the river."

Michael Singer, The Surrender Experiment

Im zweiten Semester habe ich mich bei jedem Start-up beworben, das ich finden konnte. Ganz Deutschland. Ich wusste nicht, was ein gutes Start-up ausmacht. Ich hatte kaum Erfahrung. Aber ich war hungrig.

Was folgte, war eine frustrierende Phase. Absagen. Stille nach Interviews. Das Gefühl, nicht zu wissen, was ich eigentlich will – und trotzdem überall gleichzeitig anzuklopfen. Ich habe erzwungen. Ich wollte unbedingt irgendwo reinkommen. Irgendwo.

Das Problem war nicht der Hunger. Das Problem war die Richtungslosigkeit. Ich hatte noch keine echte Meinung darüber, wo ich hinwollte. Das spürte man.

Irgendwann hat sich dann doch etwas ergeben. Die richtige Opportunität kam nicht durch maximale Bewerbungsfrequenz. Sie kam, weil irgendwann der Moment stimmte. Ich war bereit, die Situation war richtig, und es hat sich einfach so angefühlt, als wäre es das.

Das war das erste Mal, dass ich dieses Prinzip gespürt habe. Den Unterschied zwischen erzwingen und entstehen lassen.

"You can't connect the dots looking forward; you can only connect them looking backwards."

Steve Jobs

Heute, ein paar Jahre später, ist es anders. Als ich zuletzt nach einem neuen Job geschaut habe, kannte ich bereits die besten Start-ups. Ich wusste, wo es interessant ist. Wer nicht schnell antwortete, wen ich zweimal anschreiben musste, den habe ich ignoriert. Wenn es sich von Anfang an zäh anfühlt, wird es nicht besser.

Das gilt genauso für Freundschaften. Ich mache den ersten Schritt. Normalerweise. Wenn dann nichts zurückkommt – kein Interesse, keine Energie, keine Gegenseitigkeit – dann lasse ich es. Nicht bitter, nicht enttäuscht. Einfach weiter.